Lesen in allen Fächern

Neuere Ergebnisse zeigen, dass durch hinzugekommene Leseanforderungen (Lesestrategietraining, digitales Lesen,...)  der Leseunterricht nur im Fach Deutsch zu kurz greift. Ebenso bekannt sind auch die Schwierigkeiten vieler Kinder im Umgang mit Sachtexten und den Fachsprachen. Hier bedarf es einer Sensibilisierung des Sprachgebrauchs in den Realienfächern und Hilfestellungen bei der Textarbeit, um fachliches Lernen trotz sprachlicher Schwierigkeiten zu ermöglichen.

Es gilt also, in den verschiedensten Fächern vermehrt bewusste Textarbeit zu leisten und sich als Lehrperson Wissen über die Leseschwierigkeiten ihrer Kinder und über mögliche Strategiehilfen anzueignen. Information und Hilfestellung dazu soll auf dieser Seite geboten werden.

Rahmenbedingungen

Um "Lesen in allen Fächern" stattfinden zu lassen, bedarf es schulischer Rahmenbedingungen. Eckpunkte dazu könnten sein:

- Vertrautheit aller Lehrpersonen mit dem Thema (Konferenz oder SCHILF)
- SQA zum Thema "Lesen in allen Fächern"
- SCHILF zum Thema "Sprachsensibler Fachunterricht"

- SCHILF zum Thema "Umgang mit Sachtexten"

- Entwicklung einer schulischen Lesekultur unter Einbeziehung aller Fächer
- Lesen sichtbar machen (Arbeitsergebnisse ausstellen, prämieren,...)

- Schaffung schuleigener Experten (gezielte Fortbildungen einiger Lehrpersonen)

- Rotierende Lesestunde mit fachbezogenen Inhalten, Leseband der MMS Seitenstetten,...

 

Rückfragen bitte an kurt.benedikt(at)gmx.at oder unter 0664 6255 948

Leseerlass 2013

Mit dem Grundsatzerlass zur Leseerziehung 2013 entstand ein weiteres Unterrichtsprinzip, das nicht in einem Unterrichtsgegenstand, sondern fächerübergreifend im Miteinander aller Unterrichtsgegenstände wirksam wird.
Der Erlass bildet nicht nur die Grundlage für die Leseförderung und die Arbeit in der Schulbibliothek. Auch die Bedeutung und die Wichtigkeit des Lesens in allen Fächern wird darin deutlich betont.

Grundsatzerlass Leseerziehung 2013

Sprachsensibler Umgang - jeder Unterricht ist auch Sprachunterricht

 "SchülerInnen mit sprachlichen Problemen haben oft auch Schwierigkeiten in anderen Fächern, denn sie brauchen bildungssprachliche Fertigkeiten, um dem Unterricht folgen zu können."

Die Plattform des Österreichischen Sprachenzentrums (ÖSZ) bietet Wissen, Materialien und Methodik, wie fachsprachliche Kompetenzen vermittelt werden können.

Rotierende Lesestunde

Mit einer rotierenden Lesestunde kann Raum und Zeit geschaffen werden für mehr Lesezeit. Diese betrifft alle Fächer und kann für das Lesen von Büchern, Sachbüchern oder auch Zeitschriften zur Verfügung gestellt werden. Ebenso kann aber auch zielgerichtete oder  fachbezogene Lesezeit angeboten werden, mehrere Leseräume mit unterschiedlichen Angeboten erhöhen die Attraktivität und Effektivität der rotierenden Lesestunde.

Lesende Kinder vertiefen sich in Bücher und wenn Lehrpersonen als Vorbild mitlesen, wird eine außerordentliche Ruhe im Klassenzimmer feststellbar sein. Unruhen sind Zeichen, dass es an der Konzentrationsfähigkeit mangelt oder dass manche vielleicht auch nicht fähig sind, eine Stunde lang ein Buch zu lesen. Hier gilt es Alternativen oder Hilfestellungen zu schaffen, Zeiträume zu begrenzen oder zu splitten oder auch Räume für eventuell gezielt durchgeführte Lesetrainings zu schaffen. Ein Beispiel dazu liefert das Lese-/und Lernband der MMS Seitenstetten, nähere Informationen allgemeiner Art ein Praxisbericht aus der Gemeinschaftsschule Kronshagen (D)
Handout "Rotierende Lesestunde"

Umgang mit Sachtexten

Im Fachunterricht wir oft mit Texten gearbeitet. Dabei stoßen manche SchülerInnen immer wieder auf Schwierigkeiten und auch die Fachsprache ist für sie schwer verständlich. Mit dem Wissen um die Schwierigkeiten beim Lesen von Sachtexten und einem guten Repertoire an Methoden und vielfältigen Übungen zur Einführung von Lesestrategien können wir den SchülerInnen einen besseren Umgang mit der Fachsprache und eine selbständige Bewältigung der Sachtexte ermöglichen. 

Informationen: Umgang mit Sachtexten